Dienstleistungen zur Förderung des Energiebewusstseins
Allgemeiner Kontext
Schon seit einigen Jahren ist bekannt, dass die Einschränkung des Energieverbrauchs und des Verbrauchs anderer Naturressourcen, z. B. des Wassers, ein wichtiges Problem darstellt, das die Menschheit möglichst schnell zu lösen hat. Auf den Wohnungssektor in Europa entfallen bis zu 40% des gesamten Energieverbrauchs. Dieses Problem ist im Bereich des sozialen Wohnungsbaus besonders schwer zu lösen, wo das Budget der Bewohner schon wesentlich durch die neuerliche Steigerung der Brennstoffpreise belastet ist und die Mieter nicht im Stande sind, die zusätzlichen Kosten der Maßnahmen zur Verbesserung der Energieausbeute zu tragen.
Es gibt viele verschiedene Lösungen. Es kommt aber oft vor, dass die Kosten der Einführung von Verbesserungen die daraus resultierenden Vorteile in Form der Betriebskostensenkung wesentlich übersteigen. Einige Lösungen können nur in einem sehr kleinen Teil der Wohnungsbestände eingeführt werden und ihr Einfluss wird über viele Jahre ausbleiben.
Zum Beispiel bedeutet die Einführung der Rechtsvorschriften ausschließlich für neue Gebäude, dass die neuen Regelungen nur in ca. 1% der gesamten Wohnungsbestands eingeführt werden - sie haben also einen beschränkten Einfluss auf die Energieverbrauchsmenge. In 20 Jahren wird die Verminderung des Energieverbrauchs um ein Viertel in diesem Teil der Wohnungsbestände die Reduktion um durchschnittlich 12,5% im gesamten Wohnungsbestand zur Folge haben, wobei sich die wirtschaftliche Situation der Bewohner der alten Wohnungen nicht ändert.
Bei der Sanierung der bestehenden Wohnungen muss man mit sehr hohen Investitionskosten rechnen (der Mindestbetrag in Höhe von 20.000 Euro je Wohnung ist notwendig, um den Energieverbrauch um die Hälfte - von 240 kWh/m2 auf 120 kWh/m2 - zu reduzieren). Aus vielen Gründen (u. a. aus finanziellen und kulturellen Gründen: wegen des Willens der Wohnungseigentümer) ist es nicht möglich, mehr als 2% der Wohnungsbestände jährlich zu modernisieren. Die Senkung des Energieverbrauchs im gesamten Wohnungsbestand wird am Ende der 20-jährigen Periode lediglich 20% betragen und mehr als die Hälfte der Mieter wird nach wie vor unter den gleichen (oder schlechteren - infolge der Steigerung der Energiepreise) Bedingungen leben.
Aus diesem Grund müssen wir alle erforderlichen kurzfristigen Maßnahmen schnell in Erwägung ziehen, die die Investitionen im Rahmen des gesamten Wohnungsbestands ermöglichen - Finanzmittel, die für alle Beteiligten akzeptabel sein werden, die sich an den Investitionskosten beteiligen müssen (Staatsbehörden, regionale und örtliche Behörden, Unternehmen des sozialen Wohnungsbaus und Bewohner). Es soll auch die Tatsache berücksichtigt werden, dass der Energieverbrauch nicht nur vom Heizeffekt der Wände und Anlagen, sondern auch von der Verhaltensweise der in den Wohnungen wohnenden Menschen abhängt.
Die vorgenannten Fragen wurden im Projekt SAVE@Work4Homes entsprechend berücksichtigt, als das Konsortium, bestehend aus sechs Unternehmen des sozialen Wohnungsbaus, einen Antrag auf Unterstützung bei der Einführung der neuen Dienstleistungen zur Förderung des Energiebewusstseins der Bewohner an die Europäische Kommission gerichtet hat. Diese Dienstleistungen wurden in der vorliegenden Bearbeitung beschrieben.
Grundlagen der Dienstleistungen zur Förderung des Energiebewusstseins
Die Unternehmen des sozialen Wohnungsbaus, die im Projekt SAVE@Work4Homes engagiert sind, haben ein komplexes Paket der realisierbaren und effektiven Dienstleistungen zur Förderung des Energiebewusstseins ausgearbeitet und einer Beurteilung unterzogen. Diese Bearbeitung wurde mit Hilfe folgender „Werkzeuge" durchgeführt:
- Automatisches Monitoring des Verbrauchs und Übermittlung der Heizkosten-Daten;
- Analyse und Präsentation der Verbrauchsdaten - die Daten werden den Mietern via Internet oder mit Hilfe anderer Informationsträger zur Verfügung gestellt;
- Selbstbeurteilungssystem - zur Beurteilung der Wirksamkeit der Senkung des Energieverbrauchs durch die Bewohner;
- Verbesserung der Heizungskontrolle und Rückinformationen über die Einstellungen der Heizkörper an die Mieter;
- Spezielle Internetportale für Mieter;
Zu den eingesetzten Mitteln gehören:
- Laptops bei den Immobilienverwaltern;
- Internetzugang für Bewohner durch eine billige WebTV-Lösung oder einen PC/Laptop;
- Bearbeitung der Informationsträger in Papierform für Bewohner, z.B. eines Handbuchs, in dem die Änderungen der Gewohnheiten aller Bewohner des jeweiligen Gebäudes beschrieben werden, die die Energieeinsparung ermöglichen.
